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14 April 2020
COVID-19: So lassen sich Zähldaten zur Wirksamkeitsbewertung von Ausgangsbeschränkungen (Sperrstunde, Marktschließung o. ä.) nutzen
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Mit der Verhängung von Ausgangsbeschränkungen gewinnen Nutzungsdaten für die Wirksamkeitsbewertung der getroffenen Maßnahmen an Bedeutung. Die folgenden Beispiele aus der Praxis zeigen, wie auf diese Weise Probleme erkannt werden können.

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Beispiele für die Nutzung von Zähldaten beim Management von Ausgangsbeschränkungen

Wochenmärkte: verbieten oder aufrechterhalten?

Wochenmärkte werden derzeit kontrovers diskutiert. Bei der Frage, ob sie als wichtige Versorgungskanäle für die Bevölkerung angesichts des dort oft unvermeidlichen Gedränges aufrechterhalten werden sollen oder nicht, sind die Argumente oft widersprüchlich.

Mit Zähldaten können Verantwortliche sich einen Überblick über die Veränderung von Besucherzahlen an Tagen mit einem besonderen Event wie beispielsweise einem Wochenmarkt verschaffen. Die Kenntnis des geschätzten Gesamtbesucheraufkommens unterstützt sie bei der Entscheidung, ob der Wochenmarkt in ihrer Kommune geschlossen oder aufrechterhalten werden soll.

Die hier gezeigten Zähldaten veranschaulichen die Entwicklung des Besucheraufkommen an Markttagen, hier donnerstags (grüner Balken). Es ist ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen, wobei das Besucheraufkommen donnerstags jetzt annähernd dem Durchschnitt der übrigen Wochentage entspricht.

Küstenwanderwege und Wandergebiete

Frankreich hat den Zugang zu Stränden und die Benutzung von Küstenwanderwegen per Präfektoralerlass verboten. Die von mehreren Kommunen an diesen Orten erhobenen Nutzungsdaten machen deutlich, dass das Verbot weitgehend befolgt wird, auch wenn an einigen Stellen besonders an Wochenenden weiterhin ein anormal hohes Besucheraufkommen registriert wird. Erkenntnisse wie diese unterstützen Verantwortliche bei der Entscheidung über eine Verschärfung von Kontrollen.

Seit der am 17. März in ganz Frankreich verhängten Ausgangssperre ist die Nutzung auf beiden Küstenwanderwegen stark zurückgegangen, aber nicht vollständig zum Stillstand gekommen.

Einhaltung von Sperrstunden

In mehreren Städten des Landes wurde mit Sperrstunden das Verbot erlassen, sich abends und nachts im Freien aufzuhalten. Anhand stündlich erhobener Daten können Entscheidungsträger erkennen, an welchen Stellen vorzugsweise Kontrollen durchzuführen sind.

In der unter Ausgangssperre mit Sperrstunde gestellten Stadt haben sich die Nutzerzahlen seit Einführung der Maßnahmen im Schnitt halbiert, und die stündlichen Zähldaten sind während der Sperrstunde nahezu auf null zurückgegangen.

Einfluss von Wetterbedingungen und Freizeitaktivitäten

Darüber hinaus liefern die anhand von Nutzungsdaten erstellten Stundenprofile wertvolle Hinweise für ein besseres Verständnis des Nutzerverhaltens. Je nach Spitzenwerten lassen sich hauptsächlich von Berufspendlern frequentierte Strecken unschwer von Routen unterscheiden, die überwiegend für Freizeitaktivitäten oder zur Erholung genutzt werden. Wertet man Zählergebnisse unter Berücksichtigung meteorologischer Daten aus, lassen sich daraus Rückschlüsse auf die Auswirkungen von gutem Wetter auf die Einhaltung von Ausgangsbeschränkungen ziehen.

Im vorliegenden Fall hat sich gezeigt, dass das Nutzeraufkommen trotz anhaltend schönem Wetter auch in der zweiten Woche der Ausgangssperre gering war.

Städtisches Umland und Stadtparks

Von Räumen wie Stadtzentren abgesehen, in denen normalerweise viel Betrieb und eine hohe Bevölkerungsdichte herrschen, kann das städtische Umland, wo derzeit ein nicht unerheblicher Anteil der Gesamtbevölkerung abgeriegelt ist, von den Anwohnerinnen und Anwohnern für (erlaubte) Spaziergänge genutzt werden. Kommt es dadurch jedoch zu großen Besucherströmen, kann es angezeigt sein, weitere einschränkende Maßnahmen zu ergreifen. So hat die Ausgangssperre in einigen städtischen Randgebieten einen Anstieg der Besucherzahlen und damit das genaue Gegenteil von dem bewirkt, was mit der Maßnahme bezweckt wurde.

Die im obigen Diagramm abgebildeten Zählerdaten weisen für die Woche ab dem 16. März einen Anstieg des wöchentlichen Nutzeraufkommens gegenüber den wöchentlichen Nutzerzahlen im Februar aus. In der darauffolgenden Woche wiederum wurden rückläufige Besucherzahlen verzeichnet, was den Rückgang des Nutzeraufkommens auch an diesem Standort deutlich macht.

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Beispiel einer für die Stadt Montreal durchgeführten Studie zum Herunterladen

 

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